Zinsprognose 2023


Unsere Zinsprognose ist ein Ergebnis interner Diskussionen, in denen wir Zinsprognosen der Großbanken erörtern. Wir geben Ihnen auf dieser Seite unsere Meinung als Anregung für Ihre Überlegungen weiter. Bitte beachten Sie, dass eine Untersuchung aller bisher verwendeten ökonomischen Prognosemodelle ergab, dass kein Model in der Lage war, die konjunkturelle Zukunft vorherzusagen.

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Anfang 2022 lag der Mid-Swap-Satz für 10-jährige Laufzeiten bei ca. 0,34 %. Nach zwei Anstiegen erreichte der Satz am 10.10.2022 einen Höchststand von ca. 3,33 %. Heute, am 13.12.2022, liegt er bei ca. 2,65 %, nachdem sich ein leichter Rückgang der Inflationsrate abzeichnete.  


Die von uns ausgewerteten Analysen prognostizieren einen erneuten Zinsanstieg im 1. Halbjahr 2023. Dabei werden Sätze um die 3,05 bis 3,25 % für den 10-jährigen Mid-Swap-Satz erwartet. 


Dagegen werden für das 2. Halbjahr 2023 fallende Zinssätze antizipiert. Die Bandbreite der Erwartungen ist derzeit sehr groß. Sie reichen von 2,35 bis 3,05 %. Eine ähnlich große Abweichung zeigt sich bei der erwarteten Inflationsrate, die für die EU zwischen 5,3 und 7,5 % liegt. Die Prognosen für die Inflationsrate im Jahr 2024 fallen mit einer Streuweite von 2,5 bis 3,5 % einheitlicher aus. Eine Unterschreitung des Inflationsziels von 2 % erwartet die EZB erst für das 2025. Dann soll die Inflationsrate bei 1,8 % liegen. 


Am kurzen Ende wird erwartet, dass die EZB den Einlagenzinssatz in diesem Monat um 0,5 % auf 2 % erhöht. Ferner wird angenommen, dass der Zinssatz im 1. Halbjahr 2023 in drei Schritten auf 3 % erhöht wird. Für das restliche Jahr werden keine weiteren Veränderungen an der Einlagefazilität erwartet.   


Was plant die EZB mit den Anleihen am langen Ende des Kapitalmarktes? Vermutlich wird im 1. Halbjahr 2023 mit dem Abbau der Anleihebestände begonnen. Teils wird vermutet, dass die EZB nur 50 % der fälligen Anleihen ersetzen könnte. So könnte die EZB den Abbau bei etwa 3 % des Bestandes beginnen. Die Abbaurate wäre deutlich niedriger als in den USA, wo die FED 6 bis 7 % p. a. abbaut. Die EZB, die ca. 40 % der Staatsverschuldung in der EU in den Büchern hält, kann so vermutlich einen deutlicheren Anstieg der Zinssätze für die Staatshaushalte vermeiden.


Berlin den 13.12.2022 


Asger Nielsen 




Autor

Asger Nielsen

Geschäftsführender Gesellschafter


asger.nielsen(at)dima-finanzierung.de


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