Zinsprognose März 2010
Unsere Zinsprognose ist ein Ergebnis monatlicher interner Diskussionen, in denen wir Zinsprognosen der Großbanken erörtern. Wir geben Ihnen auf dieser Seite unsere Meinung als Anregung für Ihre Überlegungen weiter. Bitte beachten Sie, dass alle Prognosen auf Vergangenheitsdaten und Erfahrungen aufbauen, die aufgrund der sich rasch ändernden Gesellschaft nur begrenzt Aussagekraft haben werden.
Sprechen wir über die guten Nachrichten!
Seit Anfang des Jahres 2010 zeichnet sich weiterhin eine mäßige Erholung der Konjunktur und der Finanzmärkte ab. Ausschlaggebend für diese Entwicklung sind unter anderem die steuerliche Entlastung der privaten Haushalte, die noch niedrig bleibende Inflation, die expansive Wirtschaftspolitik und die verbesserte Stimmung der Unternehmen und Haushalte. Ein Beispiel für das entschlossene Einschreiten der Politik ist das dritte Konjunkturpaket, das „Wachstums-beschleunigungsgesetz“ welches gut 0,25 % des Bruttoinlandsproduktes ausmacht. Auch in den USA wird die extrem expansive Geldpolitik weitergeführt werden.
Besonders zu vermerken bei der Erholung ist das synchrone Verhalten von verschiedenen Volkswirtschaften. Wie die führenden Volkswirtschaften synchron in die Rezession glitten, so wird zusammen auch ein gemeinsamer Erholungstrend verzeichnet. Insbesondere die chinesische Wirtschaft boomt: Im vergangen Jahr konnte China sich den Titel des „Exportweltmeisters“ aneignen. Laut Einkaufmanagerindex befand sich in Deutschland sowohl das verarbeitende Gewerbe als auch der Dienstleistungsbereich im Januar wieder auf Wachstumskurs. Für Deutschland wird für 2010 mit einem Wirtschaftswachstum von ca. 1,5 % - 2,0 % des BIP gerechnet. Die amerikanische Volkswirtschaft stabilisiert sich ebenfalls zunehmend, was sich in einem Anstieg des US Dollars abzeichnet und auch das Konsumentenvertrauen verzeichnet zum Anfang des Jahres weiterhin einen moderaten Anstieg.
Eine Bremse dieses Aufschwungs könnte die aufkommende Inflation darstellen sowie das Auslaufen fiskalischer Anreiz- und Konjunkturprogramme.
Das derzeitige historisch niedrige Zinsniveau, welches von verschiedenen Zentralbanken seit Anfang der Finanzkrise und insbesondere seit der Lehmann Pleite praktiziert wird, kann dauerhaft nicht gehalten werden. Die EZB bereitet die Märkte schon auf den Ausstieg aus der extrem expansiven Geldpolitik vor. Dies dürfte für die EZB relativ unproblematisch sein, da sich die ergriffenen Maßnahmen hauptsächlich auf Zinssenkungen und auf befristete liquiditätssichernde Maßnahmen beschränkten, die bei Ablauf des Geschäfts automatisch zurückgeführt werden.
Im Jahr 2010 wird nach den Volkswirten der Banken ein Anstieg des Zinsniveaus zu verzeichnen sein. In der zweiten Jahreshälfte wird ein langsamer Anstieg der Leitzinsen durch die wichtigsten Zentralbanken angestrebt. Teilweise wird mit einer Erhöhung des Leitzinses schon im Sommer gerechnet. Zum Ende des Jahres wird mit einem Refinanzierungssatz um ca. 2 % gerechnet. Die Kapitalmarktzinsen sollten ebenfalls über alle Laufzeiten einen Anstieg um bis zu 1 % verzeichnen.
Berlin, den 23.02.2010



